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Der falsche "Herr Doktor" -wenn der Hippokrati- sche Eid auf einem "Meineid" beruht 

16.02.2018

Eine Nachricht vom 06.02.2018:

Ein nicht ausgebildeter Arzt hat im Norden Indiens mindestens 33 Menschen mit HIV infiziert, weil er Spritzen mehrfach benutzte. Der Mann sei geflohen, nachdem er angezeigt worden sei. Das Gesundheitsministerium des Bundesstaats Uttar Pradesh hatte zuvor eine ungewöhnliche Häufung von HIV-Fällen in der Region festgestellt.

Die Gesundheitsversorgung in Indien ist mangelhaft, da für die stark wachsende Bevölkerung vielerorts Ärzte und Krankenhäuser fehlen. Millionen armer Inder sind auf Amateur-Ärzte angewiesen, die sie billig behandeln. Die Medizinische Gesellschaft des Landes schätzt, dass eine Million falscher Ärzte in Indien praktizieren. Diese hätten weder Lizenz noch Ausbildung.1)

 

Nun ist Indien weit weg – solche Betrugsfälle auch im reichen Deutschland? Sehr wohl, und dies nicht einmal selten. Erinnert sei an den Fall Gert Uwe Postel, ein Postbote aus Bremen. In Flensburg schaffte er es Ende 1983 als gerade mal 25-Jähriger unter dem Decknamen Dr. Dr. med. Clemens Bartholdy auf die Stelle des stellvertretenden Amtsarztes.2) Zwar flog er nach einem halben Jahr auf, aber die zur Bewährung ausgesetzte Strafe hinderte ihn nicht daran, mit seinen Betrügereien weiterzumachen. Nach weiteren Anstellungen unter Pseudonymen machte er ab 1995unter seinem eigenen Namen als Dr. Postel Karriere als Oberarzt im Klinikum Zschadraß bei Leipzig. Der Schwindel flog 1997 zufällig auf, als er von einer Mitarbeiterin erkannt wurde. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits der Termin für ein Vorstellungsgespräch beim Sächsischen Staatsminister für Soziales, Gesundheit und Familie anlässlich Postels Professur und Ernennung zum Chefarzt im Sächsischen Krankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Arnsdorf fest…3)

 

Der Fall Postel ist zweifelsohne der berühmteste seiner Art in Deutschland, aber bei weitem nicht der einzige. Hier exemplarisch drei Schlagzeilen aus der jüngeren Zeit (zum Lesen der ganzen Nachricht: bitte jeweils STRG + Klicken, um Link zu folgen):

Psychisch kranker Patient arbeitete als falscher Arzt in Psychiatrie

Ein offenbar psychisch kranker Mann aus Aurich hat sich als falscher Arzt ausgegeben und von März 2016 bis Mitte 2017 in der psychiatrischen Abteilung einer Klinik in der ostfriesischen Stadt Norden gearbeitet. Ermittlungen wegen Betrugs und Urkundenfälschung laufen.

Kinderschänder kam als "Onkel Doktor"

Ein 28-Jähriger hatte vor rund zehn Jahren insgesamt 14 Kinder im Kreis Singen (Ba.-Wü.) bei angeblichen Vorsorgeuntersuchungen missbraucht. Als Mitarbeiter einer Krankenkasse hatte sich der falsche "Onkel Doktor" gezielt Daten von Familien mit Kindern im Alter zwischen drei und sieben Jahren verschafft.

Falscher Arzt auf der Aida: Angeklagter gesteht

Denny H. (41) schipperte als Schiffsarzt auf der „Aida-Vita“ über die Weltmeere, hielt als Dozent an der Charité Vorlesungen, arbeitete als Anästhesist in einer Charlottenburger Praxis – bis herauskam: Approbation und Facharzturkunde waren gefälscht. 2016 gestand er seine Hochstapelei.

 

Was daraus lernen?

Ein Ärztemangel ist schon seit Langem ausgemacht. Doch nicht nur Ärzte sind heiß begehrt: Nahezu überall fehlt es an qualifizierten Fach- und zum Teil auch Führungskräften, besonders abseits der Metropolen. Um dem Mangel zu begegnen, wird es Bewerbern oft besonders einfach gemacht:

Die Einreichung des Lebenslaufes erfolgt unkompliziert über digitale Wege, Zeugnisse und Dokumente werden nur oberflächlich geprüft, Interviews erfolgen wohlwollend mit dem klaren Wunsch im Hinterkopf: „Er bzw. sie muss passen und für uns gewonnen werden!“ Eine kritische Hinterfragung des Lebenslaufes und der Person, eine gründliche Analyse der eingereichten Dokumente bleiben dann schon mal auf der Strecke.

 

Die Gefahr ist offensichtlich: Man geht unter Umständen Scharlatanen oder gar Betrügern auf den Leim. Dass es hierzu nicht nur aus dem Ärzteumfeld zahlreiche Beispiele gibt, muss nicht weiter ausgeführt werden. Nahezu 30% aller Bewerbungen enthalten mittlerweile unkorrekte oder gar gefälschte Angaben. Wie aber die Spreu vom Weizen trennen; gute, ehrliche Bewerber nicht vergrätzen, aber Betrügern frühzeitig auf die Schliche kommen? Beispielsweise durch Outsourcing eines kleinen, aber entscheidenden Schrittes in der Personalauswahl: die Durchführung von legalen Hintergrundüberprüfungen von Bewerbern. Wir nennen diese Dienstleistung PBC – Personalorientierte Background Checks. Seriös, schnell, effizient. Damit gelangt Ihre Personalauswahl in sichere Hände.

 

Sprechen Sie uns gerne darauf an.

 

1) http://www.dnn.de/Nachrichten/Panorama/Falscher-Arzt-infiziert-mehr-als-30-Menschen-mit-HIV

 

2) https://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/dr-clemens-bartholdy-als-der-falsche-doktor-aufflog-id11051411.html

 

3) https://www.n-tv.de/panorama/Wie-sich-ein-Postbote-zum-Arzt-schwindelte-article19927145.html

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